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Schon wieder ein Shutdown

Welche Soft Skills Ihnen helfen, aus dieser Situation das Beste zu machen

Mit bestimmten Skills gelingt Ihnen der Weg durch den zweiten Shutdown

In verschiedenen Medien, von der Frauenzeitschrift bis zum wissenschaftlichen Journal, wurde im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und die dadurch entstehenden Konsequenzen in unserem Alltag diskutiert, ob nicht bestimmte Persönlichkeitstypen jetzt einen Vorteil haben, während andere mehr unter der Situation leiden.

Wir diskutieren im folgenden Beitrag, welche Faktoren jetzt wirklich eine Rolle spielen und zeigen praktische Beispiele, wie Sozialkompetenzen helfen können, die jetzige Lage zu meistern.


Die gängige These bisher: Extrovertierte Menschen, die gerne in Gesellschaft sind, und die viel direkten Kontakt mit anderen Menschen brauchen, um sich wohlzufühlen, haben es jetzt doppelt schwer. Introvertierte Personen hingegen, die vielleicht ohnehin gerne für sich und zuhause in ihrer vertrauten Umgebung sind, sind weniger stark eingeschränkt. Sie, so die Vermutung, werden sich weniger stark umstellen müssen, und tun sich daher leichter, sich an ein Leben im „Lockdown“ anzupassen.

Klingt erst mal logisch, entspricht aber wohl eher nicht ganz der Realität. Zumindest gibt es auch Hinweise, die genau in die entgegengesetzte Richtung deuten.

Wie Maryann Wei, Doktorandin für Psychologie an der Universität von Wollongong in Australien durch eine Befragung von Probanden in verschiedenen Ländern Hinweise darauf, dass gerade introvertierte Personen eher unter der „Lockdown“-Situation litten. Anzeichen wie depressive Verstimmungen oder Angstzustände waren hier häufiger zu beobachten.

Dafür, so Wei, gebe es eine Reihe von Erklärungen. „Introvertierte können in aller Regel schlechter mit dem Verlust von Strukturen umgehen. Sie neigen ohnehin mehr zum Grübeln, während Extrovertierte in aller Regel optimistischer sind. Vor allem aber neigen sie dazu, Probleme mit sich selbst auszumachen und ziehen sich bei Schwierigkeiten zurück, statt sich Hilfe zu suchen.“ [1]

Es ist also wohl nicht ganz so einfach, zu sagen, „die Extrovertierten“ oder „die Introvertierten“ seien jetzt besonders im Vorteil.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Fragestellung an sich am Ziel vorbeiführt, und die Einteilung in „Extrovertierte“ und „Introvertierte“, wie sie ja auch bei den „Big 5“ Persönlichkeitsmodellen gemacht wird, gar nicht der entscheidende Punkt ist.

Stresssituationen, Belastungen, Einstellen auf tiefgreifende Veränderungen – das alles sind Themen, die vielen von uns im beruflichen Bereich schon begegnet sind. Vielleicht lohnt es sich also, einmal genauer auf die Faktoren zu schauen, die im beruflichen Bereich nachweislich wichtig und geeignet sind, erfolgreich mit solchen Herausforderungen umzugehen.

Prof. Dr. mult. Johannes Brengelmann und Dr. Wolfgang Strasser haben in einer Reihe von Studien zu beruflichen Erfolgsfaktoren die identifiziert, die den höchsten Zusammenhang mit verschiedenen Indikatoren des beruflichen Erfolgs haben. Dabei handelt es sich um Soft Skills wie Selbstvertrauen, Einfühlungsvermögen, Misserfolgstoleranz und Kritikstabilität, Flexibilität oder Emotionale Grundhaltung. Diese und andere Faktoren (insgesamt 17) helfen dabei, die Herausforderungen im beruflichen Bereich zu meistern und gut und erfolgreich zu arbeiten.[2]

Diese Faktoren sind in der DNLA-Kompetenzanalyse ESK – „Erfolgsprofil Soziale Kompetenz“ zusammengefasst. Mit Hilfe der Analyse kann man die derzeitige Ausprägung bei einer Person messen. Derzeit gering ausgeprägte Faktoren können gezielt gestärkt, trainiert, und wieder entwickelt werden.

Wenn man nun diese Faktoren genauer betrachtet, fällt auf, dass es dabei eine Reihe von Faktoren gibt, die auch in der jetzigen Lockdown-Situation hilfreich sein werden – und zwar nicht nur in Bezug auf die Arbeitssituation, sondern insgesamt und darüber hinaus.Wir stellen 5 wichtige Faktoren hier vor:

1. Emotionale Grundhaltung:

Definition*: Die Emotionale Grundhaltung beschreibt, wie man an eine Sache herangeht: Sieht man eher die Risiken, die Schwierigkeiten? Beschäftigt man sich nur viel Worst-Case-Szenarien? Oder hat man auch den Blick für Möglichkeiten, für Chancen? Anders gesagt: Ist das Glas nun halb voll – oder halb leer?

So kann sich der Faktor in der aktuellen Situation günstig auswirken: Menschen mit einer guten, positiven Emotionalen Grundhaltung sind in der Lage, auch in schwierigen, negativen Situationen noch den Blick für gute Aspekte zu haben. Sie fragen nicht „Oh je, was mache ich jetzt, wenn alles noch schlimmer wird?“. Sie fragen: „Was habe ich denn jetzt für Möglichkeiten? Wie kann es jetzt am besten weitergehen?“ Zudem können Sie andere Menschen in ihrer Umgebung positiv beeinflussen, aufmuntern und beflügeln.

Beispiel: Jemand mit einer positiven Emotionalen Grundhaltung würde nicht den Kopf hängen lassen, weil der Lieblingsitaliener geschlossen hat, sondern sich sagen „Ich wollte schon lange mal besser kochen lernen und neue Rezepte ausprobieren“.

2. Flexibilität:

Definition*: Flexibilität meint Umgang mit Veränderungen. Menschen mit einem hohen Maß an Flexibilität können sich leichter und schneller an veränderte Situationen anpassen, als Menschen mit geringerer Flexibilität. Diese würden eher versuchen, am Bekannten festzuhalten und sich gegen Veränderungen sträuben.

So kann sich der Faktor in der aktuellen Situation günstig auswirken: Menschen, die sehr flexibel sind, sind schneller bereit, die gegebenen Umstände zu akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass man alles klaglos hinnimmt oder gut findet. Aber es bedeutet, dass man versucht, aus der gegebenen Situation, das Beste zu machen – und das zum Positiven zu verändern, was man verändern kann, und sich mit den Dingen, die man momentan nicht verändern kann, so gut es geht zu arrangieren.

Beispiel: Jemand mit einem hohen Maß an Flexibilität wird eher Wege finden, wie er gut und produktiv von zuhause aus arbeiten kann.

3. Systematik:

Definition*: „Systematik“ steht nicht im Widerspruch zur „Flexibilität“, sondern ergänzt diese. Mit „Systematik“ ist alles gemeint, was mit einer geplanten, strukturierten Vorgehensweise zu tun hat.

So kann sich der Faktor in der aktuellen Situation günstig auswirken: Wer im Lockdown morgens aufsteht und noch nicht weiß, wie er den Tag am besten sinnvoll gestalten soll, der wird es schwer haben. Strukturen, Routinen und (neue) klare Abläufe helfen, Arbeit, Familie, und die eigenen Bedürfnisse auch unter den schwierigen Bedingungen eines Lockdowns unter einen Hut zu bekommen und allen Bereichen gerecht zu werden.

Beispiel: Wer zum Beispiel zu festen Zeiten 15 Minuten Gymnastik einplant, oder eine bewusst zelebrierte Pause mit einer schönen Tasse Tee oder Kaffee, oder regelmäßig Zeit für einen Spaziergang mit dem Partner oder mit der Partnerin, der wird sich wohler fühlen und den Rest des Tages auch leistungsfähiger sein, als Andere.

4. Initiative:

Definition*: Nehme ich Dinge aktiv selbst in die Hand, oder warte ich darauf, dass mir jemand sagt, was ich zu tun habe? Menschen mit einem hohen Maß an Initiative sind zudem oft gut darin, neue Ideen und Lösungen zu entwickeln und neue Dinge auszuprobieren.

So kann sich der Faktor in der aktuellen Situation günstig auswirken: Wer Dinge selbst in die Hand nimmt, und wer auch bereit ist, kreativ zu werden und neue Wege zu gehen, der wird leichter Lösungen und einen „Plan B“ in der aktuellen Situation finden.

Beispiel: Ich kann meine Termine nicht wie geplant wahrnehmen? Nicht gut, aber vielleicht gibt es stattdessen ja trotzdem einen Weg, um mich mit meinen Geschäftspartnern auszutauschen. Ich kann mich mit einem Online-Konferenz-System vertraut machen und neue Formen der Kommunikation ausprobieren.

5. Motivation:

Definition*: Dieser Faktor beschreibt, wie sehr sich jemand mit dem, was er tut, identifiziert. Wenn jemand einen Sinn sieht, in dem, was er tut, wenn jemand dafür Wertschätzung und Anerkennung bekommt, dann beflügelt das und setzt neue Energien frei.

So kann sich der Faktor in der aktuellen Situation günstig auswirken: Über den Sinn bei der Arbeit und die Identifikation mit dem, was man tut, ist schon viel geschrieben worden zuletzt zum Beispiel in Verbindung mit dem Thema „New Work“. Eine erfüllende, motivierende, sinnvolle Aufgabe hilft uns dabei, uns gut zu fühlen, zufrieden zu sein und auch unter schwierigen Bedingungen weiterzumachen.
Für eine Arbeit, die mich motiviert und die mich mit Sinn erfüllt, kann ich mich immer begeistern – egal, ob ich diese Arbeit vor Ort aus gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen verrichte, oder von zuhause aus. Wer hingegen eh schon unzufrieden mit der eigenen Arbeit war, und wem Motivation, Sinn und Anerkennung im Arbeitsalltag ohnehin schon fehlten – der wird es nun, beim arbeiten alleine von zuhause aus, doppelt schwer haben.

Beispiel: Wem die Arbeit, für die er sich begeistert im Moment verwehrt ist, der braucht unbedingt – und zwar unabhängig vom ökonomischen Aspekt – eine andere, sinnvolle Beschäftigung.
Ein Kellner in einem Restaurant, der es liebt, mit den Gästen zu plaudern und ihnen den Restaurantbesuch angenehm zu machen, wird frustriert sein, wenn ihm diese Möglichkeit erst einmal verwehrt ist. Die Motivation stellt sich jedoch vielleicht auf andere Weise wieder ein, wenn das Restaurant dafür einen Bestell- und Lieferservice aufzieht. Und vielleicht lässt sich die unfreiwillig gewonnene Zeit, weil nun weniger gearbeitet wird, dazu nutzen, für Menschen aus Risikogruppen oder für Personen, die zuhause bleiben müssen Einkäufe zu erledigen und sie sonst wie in ihrem Alltag zu unterstützen. So wird eine erst einmal unbestritten negative Situation doch noch mit Sinn erfüllt.

*Die hier verwendeten Definitionen sind etwas vereinfacht, um den Text verständlicher und lesefreundlicher zu gestalten.

Diese Beispiele zeigen, wie verschiedene grundlegende Sozialkompetenzen uns nicht nur im Beruf und bei der Arbeit, sondern insgesamt helfen können, mit Herausforderungen und Krisen, wie einem Lockdown und Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, besser zurecht zu kommen.

Menschen wachsen auch durch neue Aufgaben und Herausforderungen. Das dazu nötige Potenzial steckt in jedem von uns. Man muss es manchmal nur (wieder) entdecken und entwickeln. Die Möglichkeit dazu gibt es – zum Beispiel mit DNLA – Discovering Natural Latent Abilities.


[1] https://www.spiegel.de/psychologie/introvertierte-oder-extrovertierte-wer-kommt-besser-durch-den-shutdown-a-3d9d6030-2777-47ec-bf5e-f5e5aeb68d3f

[2] https://www.dnla.de/wp-content/uploads/2019/04/strasser_guetekriterien.pdf
https://www.dnla.de/qualitaet-und-sicherheit/wissenschaftliche-grundlagen-und-entwicklung/
https://www.bdvt.de/fileadmin/user_upload/dokumente/News%26Facts/2020_09_17/BDVT_FG_Coaching_Interview_DNLA_final.pdf

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