11.01.2026
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist schwierig - für alle Beteiligten. Wir betrachten die Situation - und konkrete Lösungsansätze.
Das Erfolgsmodell duale Ausbildung steht vor großen Herausforderungen
Die Gründe für die Ausbildungsmisere in Deutschland
Für die heutige Situation im Ausbildungsmarkt sind verschiedene Faktoren verantwortlich:
- Natürlich gibt es einen gewissen Versatz zwischen Angebot und Nachfrage, sowohl, was die unteschiedliche Lage in verschiedenen Regionen angeht, als auch wenn man die Situation in verschiedenen Branchen betrachtet.
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Ausbildungsordnungen werden nicht schnell genug modernisiert, neue Techniken und gar neue Ausbildungsberufe finden sich nur stark zeitverzögert im Ausbildungsmarkt wieder. Obwohl die Nachfrage im schnell wachsenden IT-Sektor boomt, werden Programme für digitale Berufe zu langsam auf den Weg gebracht.
- Gleichzeitig möchten junge Menschen keine Berufsausbildung in Bereichen beginnen, die bald automatisiert oder ins Ausland verlagert werden könnten.
- Bei einigen Bewerbern mit ausländischen Wurzeln gibt es sprachliche Probleme und bürokratische Hürden zu überwinden. 76 Prozent der Unternehmen berichten von sprachlichen Schwierigkeiten zu Beginn der Ausbildung, 68 Prozent kämpfen mit bürokratischen Hürden bei der Einwanderung und Anerkennung. Auch der Mangel an bezahlbarem Wohnraum– macht es Betrieben schwer, junge Menschen aus dem Ausland erfolgreich auszubilden. „Viele Betriebe wollen ja, stoßen aber an Grenzen, wenn es um Behördenverfahren oder Wohnraummangel geht“.
- Die Vergütung für die Ausbildung ist zu gering. Oft ist es so, dass man sich die Ausbildung regelrecht "leisten können muss".
- In ländlichen Gebieten ist zudem die Erreichbarkeit der Ausbildungsbetriebe und der nicht gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr ein Problem für die jungen Leute.
- Unterm Strich bleibt dann folgender Effekt: Immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung. Unter den Auszubildenden bricht fast jeder Dritte vor dem Abschluss ab.
- Damit ergibt sich der größte Stolperstein auf dem Weg zur erfolgreichen Besetzung von Ausbildungsplätzen: Es fehlen passende Bewerbungen.
- Drei von vier der befragten Ausbildungsbetrieben berichtet, dass sie schlicht keine geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten finden. Laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) konnten 48 Prozent aller Unternehmen, die 2024 Ausbildungsplätze angeboten haben, nicht alle ihre Stellen besetzen.
- Mehr als ein Drittel der Befragten erhielt überhaupt keine Bewerbung. Hochgerechnet gingen somit etwa 25.000 Unternehmen leer aus, vor allem in der Industrie, Gastronomie, im Einzelhandel, im Transportwesen und im Baugewerbe. Der Trend ist damit ungebrochen.
- Kommen doch Ausbildungsverhältnisse zustande, scheitern sie nicht selten frühzeitig:
- Immer häufiger sind es die Betriebe selbst, die in der Probezeit den Stecker ziehen – sei es, weil es nicht passt oder die Motivation fehlt (2025: 13 Prozent, 2024: 10 Prozent).
- Die Zahl der Jugendlichen, die gar nicht erst zum ersten Arbeitstag erscheinen, ist im Vergleich zum Vorjahr hingegen leicht rückläufig (2025: 11 Prozent, 2024: 14 Prozent).
So also die Lage aus Sicht der Unternehmen.
Die Unternehmen finden keine geeigneten AZUBIS, die Berufsanfänger keine geeigneten AZUBI-Stellen.
Der Ausbildungsmarkt aus Sicht der Jugendlichen
Aber auch aus Sicht der Jugendlichen sieht es alles andere als rosig aus:
- Das Angebot an Ausbildungsplätzen war im Jahr 2025 rückläufig und betrug rund 530.300 Ausbildungsplätze, was einem Rückgang von 25.300 bzw. 4,6 Prozent entspricht.
- Auch wenn es viele Betriebe gibt, die keine geeigneten Auszubildenden finden: gleichzeitig finden immer mehr Jugendliche keinen Ausbildungsplatz: Die Zahl der erfolglos suchenden Ausbildungsplatznachfragenden stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Fünftel (+ 14.000) auf 84.400. Das ist der höchste Wert seit 2010.
Damit bleibt ein erhebliches Potenzial ungenutzt. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftebedarfs, des demografischen Wandels und der strukturellen Transformationen gilt es dieses Potenzial besser zu erschließen und den Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche ohne Anschlussperspektive zu verbessern. Es sollte dabei auf zielgruppengerechte Begleitmaßnahmen gesetzt werden (z.B. speziell für Jugendliche mit Fluchthintergrund) so die Einschätzung von Experten für den Ausbildungsmarkt.
Ein Weg zur Lösung: Soft Skills stärken und Ausbildungsreife verbessern.
Ausbildungsreife bleibt große Baustelle – Soft Skills zählen
- 87 Prozent der befragten Betriebe stellen Mängel bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern fest – vor allem bei Belastbarkeit (64 Prozent), Disziplin (61 Prozent) und Motivation (52 Prozent).
- Auch mentale Leistungsfähigkeit (54 Prozent) und sprachliche Grundkompetenzen (52 Prozent) lassen aus Sicht vieler Unternehmen zu wünschen übrig.
- Besonders wichtig ist den Betrieben ein solides Arbeits- und Sozialverhalten: 93 Prozent bewerten es als (sehr) relevant – deutlich vor schulischen Kenntnissen (67 Prozent) oder IT-Grundlagen, die viele neutral einschätzen. „Noten sind das eine – aber ohne Motivation, Teamgeist und Zuverlässigkeit fehlt die Grundlage für jede Ausbildung“.
Auch viele SpezialistInnen und Beratungsunternehmen aus dem DNLA-Beraternetzwerk haben das längst erkannt und passende Lösungsangebote entwickelt. Einige davon stellen wir hier kurz vor.
Bilde deine Zukunft!
MSA nachholen - Berliner Bildungs- und Integrationszentrum GmbH
Ausbildung mit Erfolg – Deine Zukunft
Ziel der Maßnahme
Erfolgreich Deinen Ausbildungsabschluss sichern.
Warum am Projekt „Ausbildung mit Erfolg“ teilnehmen?
Hast Du dich für den richtigen Ausbildungsberuf entschieden? Ob Herausforderungen in der Berufsschule oder Privat, wir finden gemeinsam eine Lösung und helfen Dir deinen Ausbildungserfolg zu sichern. Unsere Berufsberatung und lösungsorientiertes Coaching unterstützten Dich ganz individuell bei der Verbesserung Deiner Noten in der Berufsschule und Deine Zufriedenheit in Deinem Ausbildungsbetrieb zu steigern. Unsere bedarfsorientierten Workshops fördern Deine persönliche und berufliche Entwicklung. Mittels sozialpädagogischer Betreuung können wir mit Dir persönliche Ziele erarbeiten und Dich auf dem Weg zu Deinem Ausbildungserfolg begleiten.
Inhalte der Maßnahme
- Berufsberatung und lösungsorientiertes Coaching in angenehmer Atmosphäre und moderner Ausstattung
- Bearbeitung von Zielen für den Ausbildungserfolg
- Bedarfsorientierte sozialpädagogische Unterstützung
- Workshop-Angebot mit ausbildungsrelevanten und individuell abgestimmten Themen
- Förderung der persönlichen und beruflichen Entwicklung
- Nachhaltige Kompetenzentwicklung
Warum nutzt das BBIZ DNLA?
Wie bleibe ich motiviert? Wie gehe ich mit Leistungsdruck und Prüfungsangst um? Was mach ich nach meinem Schulabschluss? Das sind nur einige Fragen, die sich Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer beruflichen Laufbahn stellen. Mittels eines speziell für jüngere Zielgruppen zugeschnittenen DNLA-Verfahren ist es uns möglich Potentiale und Stärken unserer Teilnehmenden professionell zu erkennen und zu fördern. Dies bildet die Basis für die individuelle Lebenswegplanung und eine erfolgreichen Start in das Berufsleben.
Für wen bietet das BBIZ DNLA an?
Das BBIZ nutzt das DNLA-Verfahren für Schüler*innen, Auszubildende und Berufseinsteiger*innen innerhalb von ESF+ – und Land Berlin finanzierten Projekten.
Darüber hinaus bieten wir unsere professionelle Potentialanalyse auch für externe Interessente*innen an. Das Verfahren wird seit Jahren erfolgreich in Unternehmen, Akademien und Trainingszentren eingesetzt. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns bitte an. Wir helfen Ihnen gerne.
BBZ Berlin gGmbH - DNLA Potenzialanalysen | Mitarbeiter fördern, Führungskräfte entwickeln
Das „PEP“- Programm wurde uns präsentiert von Benjamin Adamaschek, Geschäftsführer der YPA aus Münster. Es beinhaltet verschiedene Bausteine wie Online-Lerninhalte, Präsenzworkshops und Tagesseminare und eben auch, begleitend über die gesamte Ausbildungszeit, einmal am Anfang, einmal in der Mitte und einmal kurz vor Ende der Ausbildung, DNLA-Potenzialanalysen (Jobstarter / AZUBI). Die Vorgehensweise kommt gut an, wie in dem folgenden Videobeitrag zu sehen war: https://www.dnla.de/wp-content/uploads/2023/10/YPA-Video.mp4 Also – ein durchweg erfolgreiches Konzept, das sehr gut angenommen wird und das aktuell von verschiedenen Firmen hier aus der Region bereits für 200 Auszubildende pro Jahr genutzt wird.
Zusätzliche Programme zur Fachkräftesicherung
Initiativen wie die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ arbeiten daran, den Übergang in Ausbildung für junge Menschen zu erleichtern und Ausbildungsplätze zu besetzen. Das duale System soll künftig noch stärker unterstützt werden, um Fachkräfteengpässe zu vermeiden. (Bundeswirtschaftsministerium)
Starke Nachfrage aufgrund Arbeitsmarktwandel
Umschulungen sind 2026 weiterhin ein zentrales Instrument der beruflichen Neuorientierung – besonders vor dem Hintergrund des technologischen Wandels und Fachkräftebedarfs. Maschinenbau, Metalltechnik, Pflege, IT-Berufe, technische Fachrichtungen und digitale Kompetenzen gehören laut offizieller Bildungszielplanung der Arbeitsagentur zu den gefragten Bereichen für Umschulungen. (Bundesagentur für Arbeit)
Weiterbildung 2026: Kontinuität und neue Perspektiven
Größere Förderbudgets für berufliche Weiterbildung
Ein zentraler Faktor 2026 ist die Deutliche Erhöhung der Weiterbildungsförderung im Bundeshaushalt, die auf rund 4,12 Milliarden Euro ansteigt – das sind rund 20 % mehr als im Vorjahr, wodurch mehr Menschen gefördert werden können. (AZAV Wissen)
Coaching bleibt Teil des Qualifizierungsprozesses
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