18.05.2026
Wenn ein Verein mit drei Mannschaften in drei hochklassigen Wettbewerben am selben Tag in drei Finalspielen steht - dann weiß man auch, wenn man kein ausgemachter Sportfan ist, dass das etwas Besonderes sein muss. Noch außergewöhnlicher wird das Ganze, wenn man weiß, dass es sich bei den Mannschaften, um die es geht, um Teams voller junger, sehr talentierter Spieler handelt und bei dem Verein um BBU01 ratiopharm Ulm Basketball - einem Club, der sich die Nachwuchsförderung auf höchstem Niveau auf die Fahnen geschrieben hat.
Im Hinspiel dominant, im Rückspiel mit der halben Mannschaft trotzdem fast noch erfolgreich
Aufstieg in die zweite Liga und eine Hand schon am Pokal
Doch der Reihe nach: Den Auftakt machte die Ulmer "Orange Academy" die die reguläre Saison in der Pro-B auf Platz 1 abgeschlossen hatte, und die auch in den anschließenden Playoffs alle Runden für sich entscheiden konnte, und so ins Pro-B-Finale einzog, was gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga (Pro A) war. Ein großer Erfolg - umso mehr, wenn man bedenkt, dass dieser mit einem Team aus top-talentierten Nachwuchsspielern gelang, mit einer Mannschaft, die ein Durschnittsalter von erst 18,8 Jahren aufwies und die sich gegen erfahrene Profis durchsetzen konnte.
Im (für den Aufstieg unbedeutenden) Finale war der ganz große Erfolg dann verwehrt, und das, obwohl man das Hinspiel in eigener Halle überdeutlich für sich entscheiden konnte. Genauso deutlich ging das Rückspiel dann aber an den Finalgegner aus Essen, so dass unterm Strich in der Gesamtwertung der beiden Spiele ein Vorsprung von 5 Punkten für die Essener verblieb.
Im Finale der Meisterschaft der U19 und der U16
Die Deutschen Meisterschaften im Jugendbereich
...was aber auch daran lag, dass knapp die Hälfte der Mannschaft am selben Tag bei den ebenfalls an diesem Wochenende in Berlin stattfindenden Deutschen Meisterschaften im Juniorenbereich gefordert war. (Man stelle sich etwas Vergleichbares im Fußball vor und den Aufschrei des betroffenen Drittligisten...).
Man musste das Team also aufteilen und schwächen, aber natürlich sollte auch die Deutsche Meisterschaft im Jugendbereich (U19) eingefahren werden.
Dieses Spiel war von Anfang bis Ende eng, hochklassig und umkämpft, ging aber letztlich mit 87:83 an die Jugend von ALBA Berlin, ie sich damit ebenso durchsetzen konnte, wie der Finalgegner der Ulmer U16-Mannschaft, das Team aus Köln/Bonn.
Freude über das Erreichte oder Frust über das, was man verpasst hat:
Was bleibt am Ende des Tages?
Drei Finalspiele an einem Tag, die dreifache Chance, sich zum Meister zu küren, und am Ende drei Niederlagen und drei Vizemeistertitel. ...Das ist eine Konstallation, die sicher recht einzigartig sein dürfte.
Die Frage ist natürlich: Was bleibt am Ende des (Final-)Tages? Die Enttäuschung, dass es jeweils nicht zum Titel gereicht hat? Oder der Stolz darauf, sichtbar gute Jugendarbeit zu leisten und in unterschiedlichen Altersklassen und auf unterschiedlichen Ebenen überhaupt so weit gekommen zu sein?
Die Antwort auf diese Frage hat auch viel mit Weiterentwicklung und mit Soft Skills zu tun.
Was aber wichtiger ist als Sieg oder Niederlage in einem Spiel (was immer auch mit Tagesform, Spielglück und anderen schwer zu beeinflussenden und schwer zu prognostizierenden Faktoren zu tun hat), ist langfristig die Frage, wie die Teams mit ihren Siegen und mit ihren Niederlagen umgehen.
Wie geht ein Club mit den unglücklichen Finalniederlagen um? Und wie reagieren die einzelnen Spieler, die ja noch sehr jung sind, wie verkraften sie die Situation?
Natürlich kommen uns hier direkt Themen wie "Misserfolgstoleranz" und "Emotionale Grundhaltung" in den Sinn, oder generell das Thema "Resilienz".
Was machen die jungen Spieler aus dem Erlebten, aus der Mischung aus Erfolg, auf den man zurecht stolz sein darf, und Niederlage? Wir schaffen sie es, "resilient" zu sein, also nicht "gebeugt" zu bleiben von der Niederlage, sondern sich wieder aufzurichten, den Kopf hoch und den Blick nach vorne zu nehmen und dann weiterzugehen zu neuen Herausforderungen und zu neuen Erfolgen?
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- Resilienz - Emotionsregulation - Selbstreflexion
- Selbstwert, Selbsteinschätzung (ohne Bestätigung "von außen" durch den sportlichen Erfolg).
Sportpsychologie: Umgang mit Niederlagen und Misserfolgen
Also kann man die Spieler, Verantwortlichen und Fans vielleicht mit der folgenden Perspektive trösten: Niederlagen gehören zum Sport mit dazu, und die Spieler, die hier aktiv waren haben so viel Potenzial, dass viele von ihnen später und an anderer Stelle Titel und Erfolge feiern werden!
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