06.05.2026
Wir alle suchen nach Möglichkeiten, uns zu verbessern, wir streben Wachstum und Fortschritt an. Der Blick auf das, was gut ist, auf unsere Qualitäten und starken Seiten kommt dabei aber oft zu kurz. Bei DNLA ist das anders, und wir zeigen hier, warum.
Die Negativitätsverzerrung und ihre Wirkung
Negativity Bias: Wenn Negatives viermal schwerer wiegt.
Wir alle kennen das: Ein Training, eine Präsentation vor einer größeren Gruppe. Viel Zustimmung, Wertschätzung, Begeisgterung, die uns als Reaktion auf das, was wir geleistet und geliefert haben, entgegengebracht wird. Und dann diese eine Person mit der einen, negativen Bemerkung.
Was beschäftigt uns nun auf dem Weg nach Hause? Tendieren wir dazu, die Kritik zu vergessen und fahren mit stolzgeschwellter Brust (und vielleicht etwas überheblich gestimmt...) nach Hause? Oder ordnen wir alles passend ein und gehen mit der realistischen Einschätzung aus dem Termin, dass (bei einem Publikum mit 20 Personen) 95% der Anwesenden superzufrieden waren mit dem, was wir abgelifert haben und 5% nicht?
Oder überlegen wir, grübeln, ärgern uns, bekommen vielleicht sogar Selbstzweifel?
Leider ist meist Letzteres der Fall, denn leider ist es so, dass für die Mehrheit der Menschen die negativen Aspekte eine deutlich größere Bedeutung haben als die positiven. Diese negativen Elemente neigen dazu, unsere Gedanken, unser Selbstbild und unsere Erwartungen an die Welt zu dominieren. Negative Erfahrungen, Emotionen oder Informationen haben einen stärkeren Einfluss auf das Denken und Handeln haben als positive. Zum Beispiel erinnern sich Menschen oft besser an negative Erlebnisse als an positive, und negative Ereignisse können einen stärkeren emotionalen Eindruck hinterlassen.
Doch wenn wir dies wissen und rational erkennen und einordnen können, warum wirkt der Negativitätsbias dann trotzdem noch so stark auf uns?
- Skepsis und Misstrauen gegenüber unseren Mitmenschen
- vermehrte Angstzustände
- Schwierigkeiten, konstruktive Kritik anzunehmen
- erschwerte erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kolleg*innen
Auf diese Weise kann der Fokus auf Negativität in unserem Gehirn unsere berufliche Leistungsfähigkeit, unsere Freundschaften und Beziehungen sowie unser allgemeines Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Gerade im beruflichen Bereich wirkt sich der Fokus auf das Negative deutlich aus.
Wir sind gewohnt, uns auf das Negative zu konzentrieren
Der Negativitätsbias im Arbeitsleben
"Da war mir zu wenig dabei, das wir noch verbessern können".
Praxisbeispiel - das Ergebnis eines engen Mitarbeiters
In einem Kundenprojekt war es so, dass in der weiteren Besprechung krtisches Feedback vom obersten Verantwortlichen kam, der sich enttäuscht darüber zeigte, dass sich das Gespräch mit der ihm direkt unterstellten Führungskraft fast nur um deren Stärken gedreht habe. Offensichtlich war die Erwartung an das Gespräch hier eine Andere.
Und tatsächlich war es so, dass in dem vorliegenden Fall die Analyse äußerst positiv ausgefallen war: Ausbalanciert, ohne Extreme, nahe am Optimum. Da zudem die Zufriedenheit mit der Arbeit dieser Führungskraft insgesamt sehr groß war, war der Fokus auf den Stärken, und die Bemühung, diese der Führungskraft und ihrem Vorgesetzten bewusst zu machen, auch genau die richtige Richtung für dieses Gespräch.
Natürlich gibt es immer auch Raum für Verbesserungen, für Feinjustierungen und für persönliche Entwicklung, und auch diese Ansätze wurden hier im Detail benannt. Trotzdem blieb bei dem übergeordneten Vorgesetzten der Eindruck, dass der Manager, um die es hier ging, irgendwie zu gut weggekommen sei.
Auch wenn dies eine Anekdote und ein Einzelfall ist, zeigt dieses Erlebnis vielleicht doch, wie sehr wir mittlerweile gewohnt sind, bei uns und bei Anderen auf das zu schauen, was nicht gut ist und was in irgendeier Weise noch besser werden soll.
Und gerade bei Führungskräften ist es durchaus kritisch, wenn sie zu sehr auf das Negative schauen, weil sie damit, wie gerade schon geschildert, unbeabsichtigt eine defizitorientierte Unternehmenskultur befördern und auch die Selbstwahrnehmung der Mitarbeitenden negativ verzerren und beeinflussen.
Kommunikation mit Kritikbotschaften ist wie ein schlecht gemischter Cocktail: Schnell zu bitter.
Positive Botschaften und Kritik: Ein Cocktail im Verhältnis 4:1
Da die Gründe für diese Wahrnehmungsverzerrung tief in unserer Biologie und in unserem "Bauplan" verwurzelt sind, müssen wir, um zu einer realistisch-ausgewogenen Wahrnehmung von Situationen, Mitmenschen, Ideen - oder uns selbst - zu kommen, aktiv gegen sie angehen, um einen Ausgleich zu schaffen. Denn die Wirkung von negativen Emotionen so stark, dass ein Verhältnis von mindestens 4:1 an positiven zu negativen Erfahrungen benötigt wird. Heißt im Klartext: Wir brauchen mindestens vier Mal gutes Feedback, um einen blöden Spruch auszugleichen. Gerade bei Kindern oder Menschen mit geringerem Selbstwertgefühl ist das ein Problem, denn gerade sie verinnerlichen das schlechte Feedback und glauben es. Wenn dann nicht genug Ausgleich stattfindet, durch schöne Erlebnisse und Erfahrungen, verfestigt sich das negative Selbstbild.
In solchen Situationen ist die "Dosis" an positiven Botschaften, die nötig sind, um die negativen auszugleichen, sogar noch viel höher.
Starker Fokus auf das Positive, um unterm Strich ein realistisches Bild zu bekommen
Die Konsequenzen für DNLA, Coaching und Entwicklung
DNLA bietet deshalb ganz bewusst einen ausgewogenen Blick. Und das kommt auch sehr gut an und wir erleben unglaublich viele tiefe, positive Momente in den Feedbackgesprächen zu DNLA-Ergebnissen.
Was wir immer wieder erleben und was uns die Teilnehmenden spiegeln ist, ...
- dass der Blick auf das Ergebnis und das Gespräch dazu unglaublich gut getan hat und dass sie aus diesem Termin gut gestimmt und gestärkt hervorgehen.
- dass sie total positiv überrascht sind davon, wie das Ergebnis ausgefallen ist (nämlich so positiv)
- dass es gut tut, Wertschätzung und Bestätigung zu bekommen und den Blick immer auch dahin zu lenken, worauf man auch zurecht stolz sein kann.
- - bzw., als umgekehrte Version davon, berichten viele davon, dass es ihnen im Arbeitsalltag absolut an Wertschätzung und an Bestätigung mangelt.
- wie wichtig es ist, das eigene Selbstvertrauen zu stärken,
- den Blick ganz bewusst auch auf Stärken und Potenziale zu richten,
- und ein schiefes (zu negatives) Selbstbild zu bekämpfen (wobei, unter Anderem, Dialog und ausgewogenes Feedback helfen, Dankbarkeitsübungen und, beispielsweise, Dankbarkeits- oder Erfolgstagebücher und Refraiming in vielen Situationen, die bisher negativ erlebt wurden und die das eigene, negative Selbstbild zu bestätigen schienen.
- dass die Menschen - und zwar egal in welcher Berufs- und Lebensphase - einen starken Wunsch haben, Orientierung zu bekommen.
- wie sehr die Teilnehmerinnen und Teilnehmer es oft schätzen, dass man sich einmal immer nur ihnen als Person und ihrer individuellen Situation widmet - und nicht irgendwelchen Sachthemen, Projekten oder Zahlen.
- wie wichtig und wertvoll es ist, dass wir immer auch Grenzen aufzeigen und eine Balance und langfristig tragende und gesunde Ausprägungen auf allen Faktoren anstreben. Bei DNLA ist die Logik bekanntermaßen nicht so, dass das ideale Ergebnis so aussieht, dass alle Faktoren im Maximum sind.
In den Feedbacks, die wir uns von TeilnehmerInnen einholen, hat eine Teilnehmerin es folgendermaßen auf den Punkt gebracht:
"[Der Wert der Analyse ligt darin, dass sie] Hilfe bei der Selbstreflexion und [bei der Persönlichkeitsentwicklung [bietet], genauso wie dem Finden von Stärken zur Wahl einer passenden Position im Team/ in einem Unternehmen.[...] Der DNLA Test hat mir geholfen meine eigenen Stärken zu erkennen und herauszufinden wie ich Kompetenzen ausbaue und mit meinen Fähigkeiten das beste während einer Teamarbeit, bzw. der Arbeit in einem zukünftigen Unternehmen mit anderen, heraushole. Dazu war die Beratung sehr angenehm und sympathisch gestaltet. Ich konnte sehr viel lernen und für mich persönlich mitnehmen."
Schön ist, dass hier Beides, worauf es ankommt, angesprochen wird: Der Blick auf die Stärken, aber auch den Versuch, Kompetenzen auf- und auszubauen.
Ein Praxisbeispiel zum Schluss: Die Reaktion eines Schülers
Für eine lokale Initiative habe ich selbst einige Jahre lang Schülerinnen und Schüler während dem Ende der Schulzeit und vor dem Stat ins Berufsleben, zum Beispiel in eine Ausbildung, begleitet. Nun waren dabei teils auch (kostenlos und ohne Berechnung, als Teil dieser Förderarbeit) die DNLA-Analysen Teil der individuellen Begleitung.
Viele der jungen Leute suchten nach Orientierung, hatten teils auch Probleme in der Schule und fühlten sich nicht gerade gut und selbstsicher. Dementsprechend sahen auch die DNLA-Ergebnisse aus.
Spannend dabei war: Die Wahrnehmung der Schüler, wenn man ihnen ihre eigenen Ergebnisse präsentiert hat.
Wie empfohlen wurden dabei zunächst die Faktoren im Zertifikat präsentiert, erläutert und eingeordnet - und danach dann der große Rest der anderen Faktoren.
Mit diesen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler ebenfalls intensiv. Aber was am Ende des Gespräch hängen blieb und uns als Feedback erreichte war nicht etwa "oh Mann, was für ein mieses Ergebnis, in 14 Faktoren habe ich niedrige Werte", sondern das Gegenteil: Wow, was? Ich kann bei einigen Dingen sogar schon mit den Besten mithalten? DAS hätte ich nicht von mir gedacht!"
Dieser Effekt entstand antürlich einerseits, weil die Jugendlichen, die sich so geäußert hatten, durchweg die Erwartung hatten, überall schlecht zu sein.
Die negativen Aspekte im Ergebnis entsprachen also der eigenen Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung. Und hätten wir uns nur mit diesen Aspekten im Ergebnis beschäftigt, dann hätten wir dadurch die Wahrnehmung der Jugendlichen noch verstärkt.
Dass aber auch andere Aspekte diskutiert wurden -außerordentlich positive - das hatte, sozusagen, einen "positiven Überraschungseffekt" auf die Jugendlichen.
Und genau dieses Erlebnis, kombiniert mit der Erfahrung, dass der Schüler sich in dem Feedbackgespräch und auch in den Praxisterminen, die es im Rahmen des Projektes gab (Gespräche mit Betrieben, um ein Bild von dem betreffenden Beruf zu bekommen und möglicherweise ein Praktikum zu beginnen), ernst genommen fühlten und erleben, dass Erwachsene sich mit ihnen (anders als das leider bei den Lehrkräften und Eltern meist der Fall ist) auf Augenhöhe unterhalten, war uinglaublich wertvoll.
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