24.06.2026
...und welche Kompetenzen Führungskräfte heute brauchen.
Sind die meisten Führungskräfte auf der Höhe der Zeit?
Welt im Wandel, Werte im Wandel, und Führung...?
...oder bleibt doch vielerorts noch alles beim Alten?
Die Welt funktioniert heute anders, als vor 75 Jahren. Schulen funktionieren anders, als vor 75 Jahren. Die Wirtschaft funktioniert in weiten Teilen heute anders, als vor 75 Jahren. Unsere Gesellschaft und unser Privatleben sehen anders aus, als vor 75 Jahren. Logischerweise muss auch Führung heute anders aussehen als vor 75 Jahren. Denn ddie Arbeitswelt verändert sich rasant, Mitarbeitende stellen neue Ansprüche und und Klassische Führung blockiert Innovation, anstatt sie zu fördern. Und die Veränderungen, die wir beobachten können, nehmen in ihrem Tempo und in ihrer Tragweite noch rasant zu.
Rein logisch ist uns also allen klar, dass Führung heute anderen Bedürfnissen und Regeln folgt, und dass sich auch Führungskompetenzen heute anders definieren.
In der Praxis allerdings ist das Bild leider ein Anderes - da sehen wir noch viele "althergebrache" Muster und Fehler.
Und das liegt nicht daran, dass die Führungskräfte nicht kompetent sind. Nur passen ihre Kompetenzen und der Art, wie sie Unternehmen und Menschen führen, meist nicht mehr zu den heutigen Anforderungen. Ein bisschen so, als würden wir einen altgedienten Kutscher nehmen, der es meisterlich versteht, Pferdegespanne zu lenken, und ihn in ein hochmodernes Auto setzen und dann die Anweisung geben: "Bring uns so schnell und sicher wie möglich zum Ziel".
Die veränderte Arbeitswelt und neue Rahmenbedingungen fordern Führung neu heraus
- VUCA: Volatility (Volatilität), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit)
- BANI: Brittle (brüchig), Anxious (angstauslösend), Non-linear (nicht-linear) und Incomprehensible (unbegreiflich)
Wertewandel und andere Ansprüche der Mitarbeitenden fordern Führung neu heraus
- Mitarbeitende wollen nicht nur funktionieren, sie wollen verstehen und mitgestalten.
- Status und Autorität beeindrucken weniger als Kompetenz und Authentizität.
- Hierarchien werden hinterfragt, wenn sie keinen erkennbaren Mehrwert liefern.
- Immer mehr Menschen suchen nach dem Sinn ihrer Arbeit. Sie wird zum entscheidenden Faktor für Motivation und Bindung.
- Mitarbeitende wollen Gestaltungsspielräume, nicht Mikromanagement.
- Sie erwarten, dass Führungskräfte ihnen vertrauen und Verantwortung übertragen.
- Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und die Möglichkeit, Privates und Berufliches zu vereinbaren, sind keine Benefits mehr – sie sind Grundvoraussetzungen.
- GenZ: Die jüngste Generation auf dem Arbeitsmarkt bringt radikal neue Erwartungen mit. Sie ist digital aufgewachsen, kennt nur schnelle Veränderungen und lässt sich nicht von Titeln beeindrucken. Die Generation Z fordert Transparenz, Authentizität und die Möglichkeit, schnell Wirkung zu erzielen. Traditionelle Karrierewege interessieren sie weniger.
Diesen veränderten Anforderungen kann man nicht mit veralteten, klassischen Führungsmodellen, begegnen. Denn diese passen in vielen Fällen nicht mehr zur heutigen Realität.
- Hierarchie bremst Innovation aus.
- Fehlende Motivation kostet Produktivität. (siehe dazu auch die regelmäßig publizierten Zahlen und Erkenntnisse zum Gallup Human Ressources Engagement Index).
- Fluktuation und Unzufriedenheit steigen.
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit fehlen.
Doch wie muss Führung heute aussehen, wenn sie erfolgreich sein will? Wie können Führungskräfte ihre Rolle optimal ausfüllen? Welche Kompetenzen müssen sie mitbringen oder entwickeln?
Moderne Führung stellt traditionelle Prinzipien auf den Kopf. Dieser Wandel verändert nicht nur einzelne Praktiken, sondern das gesamte Selbstverständnis von Führung.
Moderne Führung: Das neue Führungsverständnis
Welche Grundprinzipien prägen modernes Führen?
Das sind die fünf Grundprinzipien moderner Führung:
| Prinzip | Bedeutung |
| Von Kontrolle zu Vertrauen | Führungskräfte kontrollieren nicht mehr jeden Arbeitsschritt, sondern schaffen Rahmenbedingungen, in denen Menschen selbstständig arbeiten. Mitarbeitende treffen Entscheidungen, ohne sich permanent abzusichern. Fehler sind Lernchancen, kein Versagen. |
| Von Hierarchie zu Augenhöhe | Die Position definiert nicht mehr den Wert eines Beitrags. Gute Ideen können von überall kommen. Augenhöhe bedeutet nicht, dass es keine Verantwortungsebenen mehr gibt. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Führung findet im Dialog statt. |
| Von Anweisung zu Befähigung | Empowerment ersetzt Mikromanagement. Führungskräfte befähigen Mitarbeitende, eigenständig zu handeln, statt ihnen jeden Schritt vorzugeben. Sie coachen, mentoren und entwickeln, statt zu dirigieren. |
| Von Macht zu Einfluss | Moderne Führungskräfte setzen nicht auf formale Macht, sondern auf Überzeugung und Inspiration. Sie gewinnen Menschen durch Vision, Authentizität und Kompetenz – nicht durch Position. Einfluss entsteht durch Beziehung, nicht durch Hierarchie. |
| Von Status zu Wirksamkeit | Was zählt, ist nicht die Visitenkarte, sondern der Impact. Moderne Führung misst sich an Ergebnissen und daran, wie gut Teams performen und sich entwickeln. |
((C) Tabelle zitiert aus Führung im Wandel: Was heute zählt)
Begleiten, entwickeln, moderieren
Die veränderte Rolle der Führungskraft
Die veränderten Rahmenbedingungen verändern logischerweise auch die Rolle der Führungskraft und die Anforderungen, die an sie gestellt werden.
Hier eine kurze Gegenüberstellung "Früher → heute: So hat sich Führung verändert.", um das zu illustrieren.
Held:in → Enabler:in
Kontrolleur:in → Coach:in und Mentor:in
Empathie, Kommunikation, Selbstrexlexion, Lern- und Anpassungsfähigkeit...
Diese (Soft) Skills braucht eine erfolgreiche Führungskraft heute
Die heutige (Unternehmens-)welt stellt neue Anforderungen an Führungskräfte. Damit diese ihre Rolle erfolgreich ausfüllen können, brauchen sie verschiedene Sozial- und Führungskompetenzen.
Einige, die heute schon besonders wichtig sind, und die künftig noch wichtiger werden, haben wir hier aufgelistet - und in Bezug zu den Prinzipien moderner Führung gesetzt..
| Prinzipien der modernen Führung | Messbare- und entwickelbare Kompetenzen | Vermeidet folgende typische Führungsfehler: |
|
Von Kontrolle zu Vertrauen (Führungskräfte kontrollieren nicht mehr jeden Arbeitsschritt, sondern schaffen Rahmenbedingungen, in denen Menschen selbstständig arbeiten. Mitarbeitende treffen Entscheidungen, ohne sich permanent abzusichern. Fehler sind Lernchancen, kein Versagen.) |
Basis-Sozialkompetenzen:
Management- und Führungskompetenzen:
|
Überkontrolle
|
|
Von Hierarchie zu Augenhöhe (Die Position definiert nicht mehr den Wert eines Beitrags. Gute Ideen können von überall kommen. Augenhöhe bedeutet nicht, dass es keine Verantwortungsebenen mehr gibt. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Führung findet im Dialog statt.) |
Einbeziehung, Initiative, Auftreten Entscheidungsfreude, Informationsverhalten, Konsensbildung Basis-Sozialkompetenzen:
Management- und Führungskompetenzen:
|
Verantwortungslosigkeit |
| Von Anweisung zu Befähigung |
Empowerment Mitarbeitendenentwicklung, Personenorientierung, Konfliktverhalten Motivation, Kritikstabilität ersetzt Mikromanagement. Führungskräfte befähigen Mitarbeitende, eigenständig zu handeln, statt ihnen jeden Schritt vorzugeben. Sie coachen, mentoren und entwickeln, statt zu dirigieren. |
Mangelnde Feedbackkultur |
| Von Macht zu Einfluss |
Motivation, Kontaktfähigkeit, Auftreten, Einfühlungsvermögen, positive Emotionale Grundhaltung, Einbeziehung, Selbstvertrauen, Werteorientiertes Handeln |
Konfliktvermeidung |
|
Von Status zu Wirksamkeit (Was zählt, ist nicht die Visitenkarte, sondern der Impact. Moderne Führung misst sich an Ergebnissen und daran, wie gut Teams performen und sich entwickeln.) |
Basis-Sozialkompetenzen:
Management- und Führungskompetenzen:
|
Zu wenig Orientierung geben
|
((C) Tabelle zitiert aus Führung im Wandel: Was heute zählt)
Kontakt
Gemeinsam zum erfolgreichen Projekt
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht